Anonymität im Internet

Ihr sucht die Menschen zu benennen und glaubt am Namen sie zu kennen. Wer tiefer sieht, gesteht sich frei, es ist was Anonymes dabei. (Johann Wolfgang von Goethe)

 

Wieviel von Euch zeigt Ihr im Internet? Und warum? Diesen Fragen stelle ich mich heute!

Anonymität im Internet – geht das überhaupt?

Bevor ich Social Media startete machte ich mir meine Gedanken. Gedanken, was ich zeige. Gedanken, was ich andere von mir wissen lasse. Gedanken, was ich andere von mir glauben lasse. Gedanken, ob ich meine Kinder zeige und was ich von ihnen wissen lasse.

Leider stelle ich oft fest, dass sich viele keine Gedanken machen. Entweder auf den Plattformen des Social Media selbst, oder sogar als Arbeitgeber. Es bewerben sich echt Menschen, die ihre Social Media-Kanäle offen haben mit echt krassen Bildern. Nackte Haut noch dazu. Da verliert man ganz schnell das Interesse.

Nun wieder zu meinen Gedanken.

Denn ich habe nur dieses eine Leben, nur diese eine Anonymität. Ich google mich häufig selbst, um zu sehen, was man von außen sehen kann von mir. Dabei bin ich schon erschrocken – und habe es geändert. Bei mir fing die Social-Media-Laufbahn bei Instagram an. Die meisten von Euch kennen es sicher, aber für die, die es nicht kennen: Instagram ist eine Plattform, auf der man Bilder hochladen und diese mit einem Text versehen kann. Verschiedene Möglichkeiten (z.B. Hashtags) helfen des leichteren Findens und Gefunden werdens. Instagram und ich – definitiv eine Leidenschaft! Als ich mich anmeldete, wußte ich noch nichts darüber, mittlerweile bin ich nicht mehr mit meinem privaten Namen dort angemeldet. Ich habe später in den proffessionellen Modus gewechselt, was wieder etwas mehr Transparenz zulässt, dies ist mir aber bewusst. Ich hatte schon immer ein öffentliches Profil, weil ich nichts zu verbergen habe und nur das zeige, wo ich 100% dahinter stehe.

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Meine Gedanken beim Eröffnen des Instagram-Profils:

Wieviel zeige ich von MIR? Also mein zu Hause, wo man den Ort darauf erkennen kann? Wieviel Haut?

Wieviel zeige ich von meinen KINDERN? Ich bin ja eigentlich stolz auf meine Kinder – aber gehören ihre Gesichter ins Internet? Wäre da sogar ein Grundstein für Mobbing später gelegt?

Wieviel lasse ich von mir wissen? Beruf, Wohnort, Hobbys,…

Ich entschied, dass ich von mir soweit alles wissen lasse, denn ich habe nichts zu verbergen. Haut wird man von mir immer nur bedingt sehen, meinen Beruf darf man wissen, meine Hobbys auch. Den Ort, in dem ich wohne? Wer es heraus findet oder sowieso weiß, okay, aber ich werde es nicht namentlich erwähnen oder unser Haus in seiner Umgebung zeigen. Muss nicht sein. Meine Meinung!

Meine Kinder? Ich entschied mich für NEIN. Ich schaue mir allerdings total gerne Profile von anderen Instagrammern an und finde deren Kinder absolut toll! Aber es gibt so viele kranke Menschen. Ich habe die Namen meiner Kinder erwähnt – man muss das Gesicht dazu nicht kennen.

Außerdem finde ich, können meine Kinder noch garnicht entscheiden, ob sie im Internet zu sehen sein sollten oder nicht. Wenn sie alt genug sind, werde ich sie darüber aufklären.

Ich will nicht zu den Menschen gehören, die jede Woche ein neues Profil anlegen, nur, weil sie vorher nicht nachgedacht haben.

In Facebook gilt bei mir dasselbe, sowie auf dem Blog. Ich entscheide, was man von mir erfährt und was nicht. Viele Menschen halten mich für einen gläsernen Menschen. Aber glaubt was Ihr wollt – ich lasse Euch nur von mir wissen, was ICH will. Hinter die Kulissen lasse ich immer mal wieder einen Blick, wie bei den 1000 Fragen, werfen. Ein Blick, ein Hauch. Wie Nebel. Aber mich genau kennen, das tun die wenigsten.

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Schlimm finde ich es, wenn Menschen alles von sich zeigen und sich dann beschweren, dass jemand sie stalkt, wenn sie sogar ihre nackten Tatsachen zeigen, genervt von Anmachen sind. Dann zeigt Euch nicht so, wenn es Euch stört. Denkt nach. Wie geht Ihr mit Eurer Würde um? Coco Chanel sagte einmal: „Weibliche Nacktheit muss man den Männern mit dem Teelöffel geben, nicht mit der Schöpfkelle.“ Quelle: https://natune.net/zitate/zitat/6741

Wo sie recht hatte, hatte sie recht.

Man bewirbt sich bei einer Firma und hat in Facebook Bilder von exzessiven Partys, auf denen man das Röckchen hebt? Und danach kotzend über dem Klo hängt? An dieser Stelle könnt Ihr Euch bei Euren „Freunden“ bedanken, die diese Fotos geschossen haben. Aber ins Netz habt Ihr sie selbst gestellt. Oder sie zumindest drinnen gelassen, falls es nur verlinkt war. Das heißt, von diesen Bildern gibts noch mehr?? Wundert Euch nicht, dass Ihr die ein oder andere Stelle nicht bekommt. Also bei uns sowieso nicht.

Ich kann da immer nur an den Verstand plädieren: Denkt drüber nach – denn Anonymität im Internet ist echt schwer einzuhalten! Haltet Euch an Eure Regeln und Prinzipien, die Ihr Euch selbst aufstellt! Und zwar vorher. Vor dem Start!

Eure Bea.

 

 

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35 Kommentare zu „Anonymität im Internet

Gib deinen ab

  1. Ich gebe dir Recht. Man muss sich auf jeden Fall vorab Gedanken machen. Wie man sich dann entscheidet, ist jedem selbst überlassen. Ich selbst habe mich auch dagegen entschieden, meine Kinder zu zeigen. Und es wird auch viel nicht geschrieben, was wir erleben. Aus Schutz. Letztendlich muss das natürlich jeder selbst wissen, sollte aber an die Konsequenzen denken.

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  2. ein super Beitrag meine liebe Bea! ich habe mir vor gut einem Jahr auch mal dieses Frage gestellt, nach wie viel kann ich von mir preisgeben … das ist sicher immer etwas ganz individuell unterschiedliches. wenn man sich auf Blog und Social media rumtreibt ist die Öffentlichkeit eben dabei, dennoch kann man selber entscheiden in welchem Maße 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

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  3. Über dieses Thema habe ich mir auch schon oft Gedanken gemacht. Mir ist es vor allem wichtig keine persönlichen Daten im Sinne des Datenschutzes preiszugeben. Diesen Schutz gibt es schließlich nicht ohne Grund. Meinungen, meine Stimmung, Hobbies & Co teile ich gerne. Eine Freundin von mir macht medienpädagogische Aufklärung in Schulen und hat mal erzählt wie leicht zB. Einbrecher es haben wenn sie Adressen kennen und quasi in echtzeit mitbekommen ob derjenige zuhause ist oder nicht… LG!

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  4. Hallo Bea,
    da hast du recht. Man sollte direkt bevor man einen Kanal eröffnet sich Gedanken machen, was man wirklich Preis geben möchte. Ich habe zwar meinen Instagram Account schon eine Ewigkeit und kann mich nicht mal mehr daran erinnern, aber ich weiß, dass ich mich niemals für ein Bild im Nachhinein geschämt habe und das ist mir sehr wichtig!

    Liebst Linni
    http://www.linnisleben.de

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  5. Hey,

    Ah, ein toller Beitrag!

    Ich persönlich gebe von mir einiges Preis, alleine wegen dem Bloggen. Damals war ich aber auch sehr vorsichtig und habe sehr auf Anonymität geachtet… Kinder habe ich keine, würde aber bis zu einem bestimmten Alter das Gesicht unkenntlich machen.

    Lg
    Steffi

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  6. Ich glaube, sobald man sich für Social Media und für einen Blog entscheidet, entscheidet man sich auch einen Schritt gegen die Anonymität. In Österreich muss im Impressum der volle Name und die Adresse stehen, da kann ich gar nicht aus.

    Dennoch habe ich, neben meiner Facebook Seite für den Blog auch ein normales Profil. Hier poste ich nur Dinge, wo ich will das es Leute sehen, die ich persönlich kenne. Das würde ich nie auf den Blog posten. Da ich aus der Partyphase schon längst raus bin, würd ich auch nie Partyfotos posten oder anzügliche Fotos 🙂

    Alles Liebe!

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  7. Wer einen Blog hat und einen Social Media Account steht automatisch in der Öffentlichkeit. Und wenn wir ehrlich sind ist es auch sicherlich jedem von uns bewusst. Alleine ein Facebook Account reicht heute schon aus um als Person im Netz gefunden zu werden. Ich finde wir sollten uns nicht soviele Gedanken darum machen sondern eher Gedanken was wir teilen und was nicht 🙂 Toller Beitrag.

    Liebste Grüße
    Caroline | http://www.carolinekynast.com

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  8. Das sind sehr interessante und wichtige Gedanken. Ich achte auch sehr darauf, was ich von mir und meiner Tochter im Internet preisgebe. Vor allem da sie selbst ja nicht darüber entscheiden kann. Auf meinem Blog bin ich auch vorsichtig mit Informationen, da ich weiß, wer da alles mitliest.

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  9. Sehr wichtiger Beitrag! Wobei ich finde, dass man „Anonymität“ und „Internet“ nicht mehr in einem Satz verwenden kann. Früher war das Internet dezentral und niemandem gehörte es. Heute ist das jedoch anders. Jemand hat heute die Macht über das Internet. Und da wir immer alle mit dem Internet verbunden sind, sind wir eigentlich nirgends mehr anonym…

    Was man jedoch anderen online zeigt, hat man trotzdem noch selbst in der Hand und da sollte man sich schon überlegen, was man alles hochlädt 🙂

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  10. Hi! Toller Beitrag, wobei man wenn man ganz genau ist, sobald man eine Website/Blog startet sowieso nicht mehr anonym ist (Impressums Pflicht) .. aber man hat natürlich selbst in der Hand was man zeigt und was nicht. 😀 Ich habe zb immer noch mein eigenes privates Facebook Profil in das auch wirklich NUR Freunde Einsicht haben und dort teile ich dann auch alles was ich möchte. Und zu deinem Punkt mit dem Job, ich weiß wo meine Qualitäten sind und wenn mich dann jemand wegen einem alten Party Foto von früher nicht einstellen möchte, bitte dann nicht, als hätte der/die keine Jugend oder Vergangenheit gehabt.. für so eine in meinen Augen falsche Person möchte ich auch nicht arbeiten. Tut mir leid dass ich das so direkt sage, ist nicht böse gemeint 😉 Ich wünsch dir einen schönen Tag! Liebe Grüße Jacky

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    1. Es ist allgemein gedacht, nicht nur für Blogger. Sicher habe ich ein Impressum mit allem drin und dessen ist mir bewusst. Deshalb ist es mir nur umso wichtiger, dass man meine Kinder nicht so genau kennt. Danke für Dein Kommentar.

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  11. Ein toller Blogpost! Am Anfang war ich eher zögerlich etwas von mir preiszugeben, aber nach und nach gibt man einfach automatisch mehr von sich preis, da man sich in seinem eignen Blog nicht ewig „verstecken“ kann. Ich selbst bin ja auch immer sehr neugierig welche Personen hinter einem Blog stecken. 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa

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  12. Natürlich hast Du recht. Man sollte immer überlegen wie man sich präsentieren will, wie man von anderen gesehen werden will. Möchte man allerdings anonym sein, darf man sich nicht im Internet präsentieren. Und schon gar keinen Blog führen 🙂 Im Impressum steht die Adresse, gibt man diese in Google Maps ein, hat man einen groben Überblick von Haus und Wohngegend……….aber, solche Gedanken mache ich mir gar nicht. Ständig darüber nachdenken würde mich wahrscheinlich eher paranoid machen.

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  13. Meine Liebe,
    das Internet vergisst leider nichts und es ist schwer Dinge restlos zu löschen. Ich habe sehr iel zu verbergen und achte sehr darauf, nicht zu viel über mich preis zu geben. Mr. Reloves oder Kinder wird man deshalb niemals im Internet sehen. Schlimm genug, dass es Pflicht ist im Impressum seine Adresse angeben zu müssen.
    Beste Grüße
    Regina

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  14. Ja das mit den lieben Kleinen im Netz ist so eine Sache.. wir haben unseren Kleinen bis zu einem bestimmten Alter gezeigt… jetzt nur noch noch von hinten. Ich finde es zum Teil echt erschreckend wieviel manche von sich zeigen und somit preisgeben… da fragt man sich schon ob das sein muss…

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  15. Toller Beitrag! Ich denke das muss jeder für sich entscheiden, was und wie viel er im Internet von sich Preis gibt. Gründet man einen Social Media Kanal oder einen Blog, muss man sich auch darüber bewusst sein, dass irgendwo auch die Anonymität verloren geht. Mich stört das in meinem Beruf als Bloggerin aber keineswegs. Denn obwohl ich natürlich viel Preis gebe, entscheide ich immer noch was genau das ist!

    Alles Liebe,
    Verena
    whoismocca.com

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  16. Als ich das letzte Mal nach meinem Namen im Internet gesucht habe, war ich auch überrascht, wie vlei man über mich dort finden kann. Meine „Laufbahn“ begann ja schon Mitte bis Ende der 90er Jahre im Internet und es gibt auch Suchmaschinen, die haben sich zum Beispiel auf Namen, EMail-Adressen spezialisiert und dort konnte ich wirklich alle meine vergangenen EMail-Adressen (auch inaktive) finden. In gewisser Weise hinterlässt man überall Spuren, die sehr schwer wieder zu verwischen sind.
    Mich stört das nicht unbedingt, aber bei meinen (momentan noch kleinen) Kindern bin ich sehr vorsichtig. Ich möchte nicht, dass irgendwelche Bilder auf Facebookseiten auftauchen.

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  17. Meine Liebe,

    ein wichtiges Thema,

    ich google als Personalberater sämtliche Bewerber, vor allem für Führungspositionen. Es ist erschreckend wie wenig Gedanken sich manche machen. Da findet man Saufbilder, blöde Sprüche, politische Statements. Man sollte sich gut überlegen was man öffentlich auf FB oder Social Media Kanälen stellt, denn es kann einem schaden. Zu Kindern im Netz habe ich auch eine zwiegespaltene Meinung… ich finde es schlimm wie manche Mami Blogger auf Kosten ihrer kleinen Kinder ihren eigenen „Erfolg“ aufbauen. Ehrlich gesagt finde ich Kinder viel zu wenig geschützt … schlimm!

    Liebe Grüße
    Verena

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  18. Wichtiges Thema! Ich habe 2 Blogs , einen Reiseblog , da gibt man jetzt ja nicht soviel Privates Preis und einen Familienblog, da kann es dann schon anders aussehen. Dem bin ich mir bewusst! Kinderfotos gibt es , aber sie werden gefragt ob sie gezeigt werden möchten, die Grossen wollen es nicht mehr , die 2 jüngste möchte es u. die kleine zeigen wir auch noch, aber immer auf Bildern die sie sich ohne zu schämen auch noch mit 18 Jhr. ansehen können, keine Bilder wenn sie krank sind, weinen, auf dem Töpfchen oder ähnliches, eigentlich nur solche im Reisezusammenhang inzwischen.

    Lg aus Norwegen
    Ina

    http://www.mitkindimrucksack.de

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  19. Ich bin mir auch manchmal nicht sicher, über was ich schreiben sollte und was nicht. Aber wenn man zuviel verbergen möchte, fehlen eben auch manchmal Inhalte für den Blog. Und wenn man zu viel preisgibt, ärgert man sich nachher wenn man schlechte Erfahrungen damit macht. Es ist irgendwie immer ein Zwiespalt!

    Gefällt 1 Person

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